Wer ich bin
Dr. Jörg Wagner, Jahrgang 1959, ist promovierter Jurist und hat von 1990 bis 2026 in ganz unterschiedlichen leitenden Positionen in drei Bundesministerien für Stadtplanung, für Verkehr und für Umwelt in Bonn und Berlin gearbeitet.
Was ihn in dieser Zeit geprägt hat: Die Erkenntnis, dass sachgerechte Lösungen fast immer möglich sind, wenn die Kommunikation zwischen den Beteiligten stimmt und die Projekte klar strukturiert sind. Gesetzgebungsverfahren, die Modernisierung der Verwaltung oder politische Strategien scheiterten dagegen, wenn zwischenmenschliche Konflikte nicht offen- und beigelegt wurden oder die politischen Zielvorgaben nicht eindeutig waren.
Mit dem Aufbau des Büros Mediation für Umwelt und Stadtplanung in Paderborn bündelt er diese Erfahrung in einer neuen Form: als Mediator, Moderator und strategischer Berater für Kommunen, Behörden, Verbände und Unternehmen.
Motivation
Drei Überzeugungen bilden das Fundament seiner Arbeit. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Praxis in politischen Verfahren und administrativen Projekten, die oft auf der Kippe standen:
Wohlwollen als Grundhaltung
Auch in strittigen Verfahren lässt sich ein respektvoller Umgang herstellen. Wohlwollen gegenüber den Beteiligten ist keine Schwäche, sondern die Voraussetzung dafür, dass Gespräche überhaupt zu Ergebnissen führen.
„Win-Win" statt Kompromiss
Ein guter Interessenausgleich ist mehr als das Treffen in der Mitte. Das Harvard-Verhandlungskonzept zeigt. Wenn die Interessen aller Beteiligten auf dem Tisch liegen, entstehen Lösungen, die alle Seiten stärker machen als jeder Kompromiss.
Gute Projekte gemeinsam verwirklichen
Umwelt- und Stadtplanungsverfahren dienen einer gemeinsamen Aufgabe: lebenswerte Räume für die Menschen zu entwickeln und im Einklang mit der Umwelt zu erhalten. Das ist ein Ziel, das alle Beteiligten teilen, auch wenn der Weg dorthin oft schwierig und nicht immer gradlinig ist. Gute Projekte der Stadtplanung sollen daher im Zusammenwirken mit Umweltverfahren gängig gemacht werden. Gleiches gilt für die Modernisierung der Verwaltung im Bereich Umwelt und Stadtplanung: mit den Mitarbeiter:innen, nicht gegen sie.
Referenzprojekte
Folgende drei Projekte von Dr. Jörg Wagner stehen hierfür beispielhaft:
Projekt 1: Luftfahrtbundesamt
Das Luftfahrtbundesamt sollte im Jahr 2012 nach einem missglückten Bombenattentat auf eine Frachtmaschine um eine neue Abteilung Luftfrachtsicherheit mit 600 neuen Mitarbeiter:innen aufgestockt und damit in seiner Beschäftigtenzahl mehr als verdoppelt werden. Der örtliche Personalrat blockierte die Gewinnung neuen Personals, weil er die dafür vom Gesetzgeber bewilligten Stellen anteilig auch für das Stammpersonal der Behörde nutzen wollte. In einer Mediation zwischen der Behördenleitung und dem Personalrat konnte unter seiner Leitung ein Reißverschlussverfahren zwischen externen und internen Bewerber:innen auf die höherdotierten neuen Stellen verbunden mit aufbauorganisatorischen Änderungen in der Behörde etabliert werden.
Projekt 2: Stakeholder-Dialoge im Umwelt- und Stadtplanungsbereich
Auf der Grundlage seines Mediationsstudiums ist ihm die Steuerung und Organisation politischer Stakeholder-Dialoge im Umwelt- und Stadtplanungsbereich ein besonderes Anliegen. Gesellschaftliche Entwicklungen zu steuern, bevor es zur Eskalation mit einzelnen Lobby- und Interessengruppen kommt, ist besser, als nachträglich Brände auszutreten.
Nationale Wasserstrategie
„Wie will Deutschland im Jahr 2050 mit der knappen Ressource Wasser umgehen?" Aus diesem von ihm angestoßenen Dialog um das Wasser in den Jahren 2016 bis 2017 mit den Wasser-, Umwelt- und Landwirtschaftsverbänden entstand die Nationale Wasserstrategie.
Spurenstoffdialog
Im Spurenstoffdialog von 2017 bis 2021 wurde mit Pharma-, Wasser- und Umweltverbänden diskutiert, ob die Hersteller von Pharmaprodukten und Arzneimitteln oder die Betreiber von Kläranlagen für die Reduzierung der Belastung der Gewässer mit Spurenstoffen Verantwortung übernehmen sollen. Am Ende führte die Europäische Kommission mit der kommunalen Abwasserrichtlinie die sog. Herstellerverantwortung ein.
Wärmeplanungsgesetz und Bau-Turbo
Im Frühjahr 2023 konzipierte die Ampel-Koalition unter medialem Trommelfeuer der Bild-Zeitung („Habeck will Energiestasi einführen") das Wärmeplanungsgesetz. Nach seinem Inkrafttreten im Jahr 2024 organisierte Dr. Jörg Wagner zusammen mit den Kollegen vom Wirtschaftsministerium, der Dena und dem BBSR den Dialog zur Wärmeplanung mit Kommunen, Energieversorgern und Fachleuten vom Kompetenzzentrum Wärmewende. In moderierten Workshops ging es darum, einfache Wege für die Aufstellung von kommunalen Wärmeplänen aufzuzeigen. Nachdem aufgrund seiner fachlichen Vorbereitung und Begleitung im Oktober 2025 der sog. Bau-Turbo vom Bundestag beschlossen worden war, war die Unsicherheit bei den Kommunen, den Baugenehmigungsbehörden und den Bauherren groß, wie diese befristete Experimentierklausel als zügige Alternative zum aufwändigen Bebauungsplan angewendet werden sollte. In einem zusammen mit dem DifU und Project Together ausgerichteten Stakeholder-Dialog wurden mit den Stakeholdern geeignete Anwendungsbeispiele für den Bau-Turbo herausgearbeitet und anschließend von ihm auf einer Vortragsreise zahlreichen Kommunen vorgestellt.
Projekt 3: Vertragsverletzungsverfahren zur EU-Nitrat-Richtlinie
Seine strategische Expertise wurde geschärft durch die Betreuung des acht Jahre andauernden Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland wegen Verstoßes gegen die EU-Nitrat-Richtlinie. Einer aus Angst vor den Protesten der Bauern zögerlichen Bundesregierung drohte die Europäische Kommission eine nochmalige Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof an. Hohe tägliche Strafzahlungen und ein Reputationsverlust Deutschlands standen unmittelbar bevor. In einem politischen Umfeld von zwei Bundesministerien unterschiedlicher politischer Farbe, über zwanzig Landesministerien, wiederholten Traktor-Demonstrationen aufgebrachter Landwirte und medialen Interventionen der Wasserwirtschaft wurden gemeinsam mit den Kollegen vom Landwirtschaftsministerium hochrangige politische Gespräche mit der EU-Kommission in Brüssel vorbereitet oder selbst von ihm geleitet. Schließlich wurden strenge Regularien zur Verringerung des Nitrateintrags in das Grundwasser auf den Weg gebracht. Eine vorausschauende Projektsteuerung half, den politischen Druck zu absorbieren und die EU-Kommission schließlich davon zu überzeugen, das Vertragsverletzungsverfahren im Jahr 2022 einzustellen.
Als Führungsverantwortlicher hat er immer wieder angehende Führungskräfte der Bau- und Verkehrsverwaltung in über 150 Lehrgängen im praktischen Projektmanagement und in Leitungsaufgaben ausgebildet und am Oberprüfungsamt geprüft.
Dr. Jörg Wagner hat über diese und viele andere Projekte in den Ministerien zahlreiche Vorträge gehalten und die Ergebnisse wissenschaftlich publiziert. Einige der von ihm realisierten Projekte finden Sie in der Referenzliste. Eine Auswahl seiner juristischen Kommentare, Handbücher und Aufsätze zum Stadtplanungsrecht, Klima- und Umweltrecht und zur Mediation im öffentlichen Recht finden Sie in der Veröffentlichungsliste.
Veröffentlichungen
Handbuch und Gesetzeskommentare
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Schlacke/Wagner, Handbuch Klimarecht
C.H. Beck, München, 1. Auflage 2026
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Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, Baugesetzbuch: BauGB
C.H. Beck, München, 162. Auflage 2026
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Beckmann/Kment, Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung / Umweltrechtsbehelfsgesetz Kommentar
Carl Heymanns-Verlag, Köln, 7. Auflage 2026
Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden
2026
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Wagner/Wagenknecht/Jeutner, Der Bau-Turbo – von der Entstehung über das Umsetzungslabor zu seiner praktischen Anwendung
UPR 2026, 361.
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Schumacher/Wagner, Die Entwicklung des Bauplanungs- und Raumordnungsrechts – insbesondere zum Regierungsentwurf des Gesetzes zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts
DVBl. 2026 (im Druck).
2025
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Blechschmidt/Forschbach/Meurers/Wagner, Das Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung
UPR 2025, 464.
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Wagner, Was die Gesetzgebung von der Verhaltenspsychologie lernen kann – vom „Heizungsgesetz" über das „Windenergieakzeptanzgesetz" zu Experimenten im Baurecht
UPR 2025, 161.
2020 bis 2024
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Wagner, Die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung – erste Schritte
Kommunalpraxis 2024, Heft 2, S. 2.
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Wagner, Die Pflicht zur kommunalen Wärmeplanung
UPR 2024, 88.
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Wagner, Hochwasserschutz in Raumordnung und Bauleitplanung – Was ist zu tun?
ZUR 2023, 283.
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Wagner, Zur Verantwortung für Spurenstoffe – von den ethischen Grundlagen zur Herstellerverantwortung im Wasserrecht
UWP 2021, 98.
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Wagner, Zum guten Umgang mit Wasser – vom Wasserdialog über die Spurenstoffstrategie zur Nitrat-RL
UPR 2020, 81.
2011 bis 2019
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Wagner/Wahlhäuser, Hochwasserschutz und Bauleitplanung – zu den Neuerungen durch das Hochwasserschutzgesetz II
DVBl. 2018, 473
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Wagner, Der Weg zur klimafreundlichen und an den Klimawandel angepassten Kommune
UPR 2017, 361.
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Wagner, „Fracking" – der Regierungsentwurf
UPR 2015, 201.
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Hehn/Wagner, Mediation im öffentlichen Bereich – Teil 3: Besonderheiten und praktische Fragen
UPR 2016, 41.
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Wagner, Mediation in Behörden – Zur Einführung eines Konfliktmanagementsystems
NVwZ 2014, 1344.
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Wagner, Mediation im Städtebaurecht – ein Beitrag zum Planungs- und Konfliktmanagement
DVBl. 2014, 150
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Wagner/Hehn, Mediation im öffentlichen Bereich – Rechtsfragen
UPR 2013, 1.
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Wagner/Fuchs/Hehn, Mediation im öffentlichen Bereich – Möglichkeiten und Grenzen
UPR 2011, 81.